Es ist ein Leichtes.
Mit aufgesetzt fröhlicher Miene, den besseren Freunden, der mehr an Energie, dem besseren Wissen, der zweifelsfreien Haltung, die an den Tag gelegt wird, herum zu stolpern und mit lauter Stimme seine Präsenz zu verkünden. Dabei zu sein, zu verabreden, Hallo, wie geht’s,mach’s gut, bis bald, einer der vielen bunten Hunde zu sein.

Es ist ein Leichtes, dieses Leben.
Nicht viel drauf zu geben, das was ist und nicht änderbar als gegeben hin zu nehmen, damit zu jonglieren, ein freches Lächeln entgegen des Schicksals zu setzen, die fiesen Lefzen zu schärfen, Gebell zu üben und im Chaos Zuhause zu sein.

So unfassbar leicht.
Vielleicht sogar ein bisschen kritisch, aber hauptsächlich dabei, weder viel gekümmert, noch sonderlich viel Geschrei. Mitunter kann das der Trick sein, das Nähkästchen und das As im Ärmel, aber du bist nicht ich, und ich so weit weg vom du.

Veränderungen brauchen keine Zeit, überhaupt nicht. Von einer Sekunde auf die nächste stehen sie da, bewaffnet bis unter die Kinnlade und lassen dich alles wissen, alles spüren. Gnadenlos und manchmal wunderschön, viel zu oft unumkehrbar und ständig omnipräsent diese Hurensöhne.

Manchmal hast du ihn, diesen magischen Glauben an dich selbst. Und du bestehst dann darauf, dass er nicht erbaut ist auf den Meinungen und Gesichtern die um dich herum sind. Was wäre es ein Leichtes.
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Aber dann haben sie sich verändert, deine Morgende. Du stehst auf, trinkst deinen Kaffee, sitzt an einem immergrauen, stinkenden Schreibtisch, guckst in Gesichter die ihre Erfüllung ganz wo anders finden werden, dir fehlen die Worte und du bist irgendwo auf dem Weg hier her sitzen geblieben und streikst.
Die Regeln von vor zwei Jahren stimmen nicht mehr, das Boot ist schon lange gekentert und du hast es nicht mal mitbekommen. Wunderst dich aber über das viele Wasser um dich herum und warum es dir immer kälter wird, du frierst und eigentlich nur wieder ein wenig Land unter den Füßen haben willst.

Du wirst wach in einer Welt prall gefüllt mit Bedeutungslosigkeit, geballten Fäusten und leeren Mägen. Rock’n Roll ist fort, es lebe der Rock’n Roll. Wenn es irgendwo eine gute alte Zeit gibt, dann scheint es so, als müssten wir sie selbst erfinden. Als schlummert sie zwischen den kurzen federleichten Momenten, die Lichtblicke in denen wir denken: ja, so soll es sein, das ist es. In den kurzen Augenblicken, in denen alles Sinn macht und den Rest nehmen wir als gegeben hin. In denen wir zwischen betrunken und wach gerne so sind, wie wir sind. Bevor der ganze Scheiß wieder, und das wissen wir, wieder von vorne beginnt. Nur ist es uns genau dann egal.

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