Ein Held verschwindet, und es ist noch nicht mal Nachmittag. Die Zeitung ist irgendwie gelesen bevor sie aufgeschlagen war, etwas seltsam gerade hier auf den bekannten Straßen, so viel neu, nur das mit der Verortung hakt noch. Es stottert, ist miss launig, stur und denkt gar nicht daran, irgendwohin mit zu kommen.

Ein bisschen Wärme ist da, legt sich auf deinen etwas größer gewordenen Bauch, lächelt und will nichts böses. Dein Kopf schreit: Obacht! Jede Wärme will etwas böses. Was soll man sagen, zu so einem Zwist, der so alt ist wie man selbst, verschuldet von irgendwie keinem, denn uns hat keiner was getan, eigentlich. Gestern, in einer Talkshow, sagte jemand nicht die Probleme wären die Probleme, sondern die falsche Einstellung damit umzugehen. Wahrscheinlich hat er Recht.
Nur so singulär vor einzelnem Monitor interessiert das da draußen keinen und das da drinnen ist schwerfällig im annehmen dessen, was der Kopf längst kapiert hat.

Es ist immer noch kuschelig und weich, ein bisschen dumm, sehr naiv, total verspielt, dezent goldig und unendlich frech. Kurzum: zum lieb haben. Natürlich erwartet es etwas, aber nur so viel wie eben gerade geht, und nicht mehr. Ist es enttäuscht ist es auch irgendwie okay, denn die Zeit heilt alle Wunder.

Das viele neu-Verorten, gewollt oder ungewollt, kann einen schon ganz schön aus der Bahn schmeißen. War man gestern nicht schüchtern, ist man es heute, und weiß nicht so recht, warum eigentlich.
Gestern war man sich der beste Tanzpartner im Spiegel, heute liegt man träge im Bett und betrachtet die gehetzten Wassertropfen beim an der Scheibe runter laufen.

Die vielen neuen Geschichten erinnern einen so oft an was-wäre-wenn. Lassen aber völlig außen vor: war doch alles vollkommen in Ordnung. Nicht alles, nicht immer, häufig schräg, oftmals verwundert nach Verschließen der Haustür am Küchentisch sitzend mit den Gedanken was war das denn eben? und es trotzdem super finden. Neu. Anders. Schräg. Alles andere als wunderschön, oder eben neu wunderschön, aber das ist meistens an solch Küchentischmomenten noch nicht verinnerlicht.

Ein Held ist verschwunden. Und man fühlt sich nackt. Irgendwie allein gelassen und verwundert. Weiß noch nicht, wohin mit all dem Kram in einem, denn da ist ein riesiger Wust davon.

Erinnert sich und weiß: es war gut. Und das wird es bleiben. Bei Biermomenten, oder miesen neuen Filmen, einem neuen Song den man nicht glauben kann, dass man solch ein Lied gerade hört, einer alten Erinnerung, die zur richtigen Zeit aufflackert und einem zum Schmunzeln bringt.

 

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