Ka-ching alter Freund, lass uns hier, selten genug, einfach wieder sitzen. Viel ist passiert, in den Momenten so lang, fast unerträglich lang, als würde sich der Zeiger der Uhr nur zurückhaltend und mehr als schüchtern im Kreis weiter bewegen. Und jetzt hier sitzend kann es doch gar nicht sein, dass es so lange her ist, dass wir es damals gemacht haben und all das passiert ist. Jetzt scheint alles, als wäre es einfach so gewesen. Einfach so gelebt, einfach so verliebt, getrennt, einfach so geträumt und dann doch anders entschieden.
Die erschreckende Normalität, die früher so ein Graus war und in tausenden Bierlaunen zerfetzt wurde, sie ist gar nicht so schlimm. Sie wartet hinter keiner Ecke, ist nicht finster, nicht langweilig, auch nicht spießig oder dumm: sie ist das Leben.
Sie ist ordinär und extravagant, individuell verwurzelt in allem. Nur das Gewöhnlichste von allem kann dieses dumme, normale Leben stoppen, der Tod.

Wir versinken schon wieder in Küchenphilosophische Themen, Lachen gibt sich die Hand mit dem so uncoolen Weinen, aber das ist egal. Aus Bier wird Gin, wird Jägermeister.

Alles geht und ging weiter, immer, obwohl uns die Wellnessoasen vorgegaukelt hatten, sie könnten kurz die Zeit verlangsamen. Nur, wer war denn dort vor Ort und hat alles am Laufen gehalten. Menschen wie du und ich, mit Versicherung, Abschlüssen, Arbeitsverträgen, gebrochenen Herzen, neuer Liebe, guten Plänen und verschlafenen Vormittagen.

Der Gin erzählt uns, dass vieles viel zu egal ist, und wir ahnen, dass es vielleicht genau darum geht. Denn dabei sind wir, ob es uns jetzt passt, oder eben nicht.
Wir suchen uns, mal mehr, mal weniger, aus, wohin wir gehen. Oft gehen einst treue Begleiter aus unverständlichen Gründen. Einige bleiben, aus ähnlich unverständlichen Gründen.

Und wir wissen, wollen es aber nicht, das es vollkommen egal ist, danach zu fragen, ob dieser ‚Weg‘ nun der beste war. Es ist der einzige in deinem Leben. Und es ist der deine.

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