Überall scheint es an dir zu ziehen und zerren.
So viele fleißige Hände und suchende Augen, sie haben den Trick herausgefunden, nicht von dieser elenden Müdigkeit übermannt zu werden. Sie greifen in deine Richtung, Romantik wird zum Verkaufsschlager, zu Angebot und Nachfrage.

Du brauchst das alles eigentlich gar nicht. Der DVD Player fängt den Staub, du hast ihn seit drei Jahren nicht mehr benutzt, aber die Möglichleit, mal wieder eine DVD zu gucken, hindern dich daran, ihn raus zu schmeißen.
Auch mitspielen möchtest du nicht unbedingt, brauchst auch die ganze Ausrüstung nicht, die paar Minuten Action für das ganze Geld.
So oft dabei erwischt bei dem Gedanken, wie toll sich dies und jenes als Anekdote machen würde. Was die ‚anderen‘ denken würden. Doppelter Konjunktiv. Scheiße.

Langsam fragst du dich, was das soll. Lieber mehr Wolken als einen flackernden Computerbildschirm. Lieber wandern, erschöpft aber glücklich am zu kahlen Felsgipfel ankommen, ohne Medaille, Sekt und Handschlag. Nur Aussicht, Frischluft und ein bisschen schmerzende Beine, die dir ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Die Pausen sind so selten und klopfen zu oft mit unerwünschten Nachrichten an deine Tür: es ist so anders. Pause. Unterbrechung. Halt. Stop. Was? Wiebitte?
Nüchternheit tritt anstelle von Verklärtheit. Ein kleiner Moment der Endlichkeit, der deine vergessene Suche nach Leben anzündet und dich nicht mal traurig werden lässt: sondern wach. Und dir ein Schmunzeln schenkt, ein bisschen mehr ’scheiß drauf‘ und vielleicht, ganz vielleicht ein bisschen mehr Priorität auf das was wirklich zählt. Was auch immer das dann ist.

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