Sitzend, seit Stunden, einfach da. Irgendwo ist mit Sicherheit auch Welt, sogar hier drinnen, aber nicht an diesem Tisch, so fühlt es sich an. Die Leere, die nur zu dieser wird, weil man sie zu dieser starrt, starrt zurück und guckt dabei besonders streng. Als hätte man etwas verbrochen. Ein vorwurfsvolles Glotzen gefolgt von brüllender Stille.

Es tut sich trotzdem nichts. Vor dem Fenster ist Hitze. Das sagt das Thermometer neben dem Monitor. Sie erhöht sich schleichend aber kontinuierlich. Wie ein schlechter Film, dessen Ende man kaum erwarten kann aber aus Höflichkeit bleibt man still sitzen und folgt der ‚Handlung‘.

Leichte Schleierwolken haben sich vor das blassblau des Mittagshimmels geschoben, man wünscht sich heimlich Regen, dann könnte man zumindest irgend etwas beobachten.
Der Monitor ermahnt beim Hinsehen, den Kursor mit Buchstaben und klugen Sätzen weiter gen Ende rennen zu lassen. Heimlich wünschen die Finger, dass sie an einem smarten, schnellen und pfiffigen Körper hängen würden. Tippseln, hier da, einfügen, Fußnote, Querverweiß, siehe Kapitel XY, fertig, zack, Monitor aus und vielleicht mal wieder Sex haben.

Schleierwolken also.

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