Du wankst und torkelst, fast, aber nur fast, fällst du. Irgendwo an diesem Körper verstecken sich Muskeln, haben aber keine Lust mehr auf die Kämpfe des Lebens. Für sie sind alle schon ausgetragen, gefochten, nicht viele gewonnen, aber darum ging es dir auch nie wirklich, sagst du.

Fleiß, das betont dein in Falten geworfenes Gesicht, sei das wirklich aller Wichtigste. Fleiß und Kontinuität. Mit erhobenen Zeigefinger. Du akzeptierst nur nicken.

Erzählst, die anderen dies, die anderen das, schweres Leben, ja, das hatten sie, und du auch, damals ’81 in New York. Hättest alles unter eine Kappe bringen müssen, keine Hilfe gehabt, so schwer und so viel zu tragen, nein, das waren sicher keine Herrenjahre. Gehasst hättest du es, und geschafft, jetzt und hier, besser spät als nie, in der überschaulich minimalistisch modernen Villa mit Pool.

Unterschwellig, aus solchen Menschen sollte man schlau werden, tritt Rüge und Strenge hervor, aber auch Enttäuschung, da great expectations offensichtlich zunichte gemacht, dadurch dass der Gegenüber so ist, wie er ist. Aber hey, sei mein Gast.

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Das Wrak hat es geschafft, außer die Muskeln, die kommen nicht mehr mit. Ein bisschen Krebs, zu viele Zigaretten, viel zu viel schlechtes Essen und noch mehr Alkohol. Was soll auch ein Körper dazu sagen, denkt man sich heimlich. Und wie aufregend wäre es doch, wenn man es mit einem Geist zu tun hätte, dessen Geringschätzung seines Wirtes nicht niedriger als der Nullpunkt läge.

Und so spazieren die Gedanken, das Gesagte begleitend und viel zu sehr wertend, durch die Nacht. Ganz ohne Begleitung oder Regenschirm. Denn man weiß ja nie: wie sieht der Niederschlag bei massiver Enttäuschung aus?

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