Du wolltest sie alle überholen, rennen, um die Ecke, clever sein und Abkürzungen finden. Ihnen eins auswischen, es ihnen zeigen, beweisen, auf Trab sein, hier lang, da lang, ruck zuck. Und nun sitzt du immer noch da und bist dir selbst der größte aller Vorwürfe. Dabei warst du niemals besser als jetzt. Hast zu wagen nie aufgehört, bist lebensfroh, scheust auch die finsteren Stunden nicht, bist mehr da als jemals zuvor.
Lass deine Ängste und Dämonen nicht vergessen, dass vorwärts keine Richtung ist, sondern nur stehenbleiben verkehrt. Bringe ihnen das Tanzen, Lachen und Weitermachen bei, dass sie zu Kameraden werden, auf die man sich verlassen kann, so dass sie vergessen, wer sie waren und zu etwas anderem, vertrautem werden, mit fieser Vergangenheit.

Für jeden ist Vorankommen und Geschwindigkeit etwas anderes. Vielleicht hast du in der dir so verhassten Zeit die wichtigsten Lektionen deines Lebens gelernt, bist dir derer nur noch nicht bewusst. Mit Sicherheit war es zu etwas gut, und sei es, zu merken, dass das ’schneller sein‘ bereits zutrifft, auf so vielen anderen Ebenen.

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Das doofe, wahrlich Doofe dabei ist, war und wird sein, dass es, ja du hast Recht, ein gesellschaftliches Vorankommen gibt. Und sich alle gerne messen, an künstlichen Latten, schmücken mit Bezeichnungen, die dir eben..noch fehlen. Aber Schmuck, so dachtest du, bekommst du früher als alle anderen. Welch Irrtum. Aber irren ist gut, das hat dir bis heute nur noch keiner gesagt. Irren ist der einzige Weg, danach schlauer zu sein, als davor.
Nur Schmuck an sich hat noch keinen schlauer gemacht. Vielleicht hübscher, sexier, begehrenswerter ‚oh lala!’… aber so lange du mit einem schlauen, stillen Schmunzeln ‚gut siehst du aus‘ sagst, es auch so meinst, aber weder Neid noch Reue empfindest, dann hast du dich Gott sei Dank zuvor häufige Male geirrt. Oder bist sehr weise. Bereits jetzt, wenn man das sagen darf.

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