Dann passiert nichts. Einfach mal nichts. Regen tropft, klischeehaft wie in tausenden Romanen beschrieben, taktvoll auf das Dach unter dessen Schräge du liegst.
Da liegst du also. Und überlegst so rum, über was du dir Gedanken machen sollst. Drei Bücher hast du gelesen, irgendwas mit mental kräftiger sein, dann dass du so, wie du bist, vollkommen okay bist, und dass eine Trennung scheiße ist, aber noch lang kein Weltuntergang.
Du wechselst vor lauter Ratlosigkeit die Playlist. Das sollst du nicht machen. Nicht Playlists nicht wechseln, sondern überhaupt Musik hören. Die Verfasser der Bücher sind sich irgendwie eins, dass Stille, Zurückgezogenheit und für sich sein zentrale Elemente im Selbstfindungsprozess sind.
Aber es macht mir Spaß und ich höre gerne Musik, denkst du schlicht gestrickt, wie du zu sein scheinst. Okay. Dann halt Playlist aus. Regentropfen.

Auf dem Schreibtisch warten Abschlussarbeit und Vokabeln. Der Weg dorthin manifest untermauert von guten Vorsätzen, festgetreten.

Irgendwie schmeckt alles ratlos. Ob du gerne bei dir bist, kannst du so nicht beantworten, stellst du glotzend auf die immergleiche Zimmerdecke fest. Was also soll daraus werden, aus dem Projekt ich?

Das Gefühl etwas zu verpassen ist schon immer ein steter Begleiter von dir. Obwohl du nicht gerade das Gefühl hast, viel verpasst zu haben.

Du findest Zufriedensein schon ein gutes Ziel, das du weit öfter erreichst als noch vor einigen Jahren, ganz zu schweigen von vor Jahrzehnten. Reflektieren geht super, nur zu viel führt dann, bei dir zumindest, unweigerlich in die Schiene der Grübelei. Also was nun.

Du musst nicht geheilt werden. Da blutet irgendwie nichts. Das ist ein seltsamer Zustand. Davon erzählt kein Buch. Oder für dich wurde die falsche Auswahl getroffen.

Nach zwei Wochen voller Strudel aus Ungewissheiten, erneut-Erkenntnissen und sport-Exzessen, alles mehr oder weniger für dich, stellst du fest, dass es so halt auch nicht klappt. Weder bist du völlig neben der Spur, noch in einer drin. Aber du hast einen Plan. Und der wird durchgezogen. Jeden Tag ein bisschen, und hoffentlich dadurch über die Zeit immer weiter voran.
Ich räume ein, das klinge sehr nach Neujahrsvorsatz.
Stille am andern Ende. Seit vier Tagen dann kein Wort mehr.

Advertisements