Deine uralte Sehnsucht klammert sich an das Gefühl des Dazugehörens, ohne wenn und aber, ohne Mühe, Rackerei und zu viel Anstrengung. Sie ist so alt wie du, die Sehnsucht, steckt im Knochenmark und lässt dein Herz in die Hose plumpsen, wenn du mal wieder begreifst, dass es nur ein Gefühl ist, dass dir Entscheidungen so unglaublich schwer fallen lässt. Eine Sehnsucht nach Liebe, diese sanfte, mächtige, wunderschöne und tief beruhigende Liebe.
Es pocht in dir, der Tag war wahnsinnig laut. Du merkst deinen eigenen Puls, er hämmert gegen deine Aderwände, in der Stirn, links, rechts, in deinem Hals und will nichts weiter. Wenn du es pochen hörst, ist es immer leiser geworden, der Lärm des Tages.
Was nicht leiser wird, auch nicht sanfter oder ruhiger, ist die schwere Sehnsucht von etwas, das du seit du Sechs warst kennst, und abstruser Weise nie kennen gelernt hast. Nur weißt wie es sich anfühlt. Und kennst dessen Wurzeln.

Genau dieses Gefühl treibt dich an. Will keine opportune Gelegenheit verstreichen lassen, denn was wäre wenn…

Sehnsucht nach allem und nichts. Bizarr, vollkommen bescheuert, nicht greifbar, aber immer da. Immer in dir. Wie erklärt man etwas jemand anderem, der so damit beschäftigt ist, Pläne zu schmieden, dass Gelegenheiten, die Sekunden dauern, niemals auf dessen Tagesordnung stehen.

Eine Sehnsucht nach dir. Und nach mehr. Die einfach immer da ist. Meistens sehr verstummt, denn du hast so unendlich viel gelernt, damit du sie übertönst. Aber weg, nein, weg war sie nie. Seit du sechs Jahre alt bist.

 

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